Mit Düften ins Metaverse?

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Marie und Basti gründeten nach drei Monaten Beziehung

Große Liebe, tragischer Verlust, eine zündende Idee: Diese Story hat Potenzial für den nächsten Netflix-Hit. Marie Brandenburg kündigt den Traumjob bei Henkel, nachdem sie sich im Sommerurlaub bewusst wird: Ihre eigentliche Leidenschaft sind Duftkerzen. Zu diesem Zeitpunkt stapeln sich schon unzählige Exemplare in ihrer Düsseldorfer Wohnung von den unterschiedlichsten Brands, einmal quer durch alle Preisklassen.

Doch keine der Kerzen kann die Veganerin vollkommen überzeugen, besonders was das Thema Nachhaltigkeit betrifft. Gemeinsam mit ihrem neuen Freund Sebastian Wenning (die beiden sind da gerade drei Monate zusammen) startet sie schließlich Vandlez. Das Startup will Duftkerzen vegan und recyclebar machen.

Recyclebar & vegan – so will Vandlez den Duftkerzen-Markt revolutionieren

Maries mutiger Entscheidung geht ein trauriges Ereignis voraus: Ihr Großonkel stirbt. Erst einige Zeit später, an Weihnachten, erfährt sie durch ihren Vater, dass sie etwas Geld geerbt hat. Ein Zeichen? Marie erkennt die Chance und wagt sich mit Ruhepol Basti zunächst an das Prototyping. Im Podcast erzählt sie, wie viele Versuche die beiden bis zur finalen Duftkerze gebraucht und wie sie sich als Paar dabei super ergänzt haben. Spoiler: Trotz aller Harmonie war schon die Suche nach dem richtigen Docht abenteuerlich.

Trotz aller Rückschläge weichen Marie und Basti nicht von ihren Bedingungen ab. Die Duftkerzen sollen möglichst nachhaltig und vegan sein, produziert aus Sojawachs. Punkt. Ein zentraler Faktor: die spätere Entsorgung. Tatsächlich dürfen die meisten Duftkerzen-Behälter als Glas-Kunststoff-Gemisch nämlich nicht im herkömmlichen Altglascontainer entsorgt werden. Kaum jemand weiß das, viel zu viele Produkte landen in der falschen Tonne ein doppelter Ansporn für Marie, die Duftkerzen-Welt zu revolutionieren.

Nach 6.000 € fürs Prototyping will niemand die Kerze produzieren

Und dann? Es dauert, aber irgendwann steht das Produkt, die beiden gründen Vandleznur traut sich niemand an die Produktion. Das Problem: Pflanzliches und chemisches Wachs unterscheiden sich immens. Vorhandene Maschinen müssten von den Produzenten mindestens angepasst werden. Ein riskanter Aufwand. Doch Maries Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Nach einem langen Auf und Ab findet sie in Italien schließlich den passenden Produzenten.

Übrigens: Auch bei der Suche nach dem idealen Behältnis spielte ihr verstorbener Großonkel eine Rolle. Im Gespräch mit Marcus verrät Marie, welches Erbstück die Form der Raumdüfte nachhaltig beeinflusst hat. Außerdem beschreibt sie den herausfordernden Weg zum finalen Design. Wie sie dabei Vorurteile á la “Duftkerzen sind Kopfschmerzverursacher” überwinden und sogar Hater für sich gewinnen konnte, erfahrt ihr im Podcast.

Virtuelles Dufterlebnis so will das Startup das Metaverse parfümieren

Natürlich muss im Podcast auch geschnuppert werden. Marie hat neben den ästhetischen Duftkerzen den beliebten Homescent mitgebracht. Was sagen die Jungs der Founders League zum Bestseller? Wie duftet das Lieblingsprodukt von Maries KundInnen?

“Gigantisch!” So weit, so gut. Für den PodcasthörerInnen muss erst einmal diese Beschreibung reichen. Wenn es nach Marie geht, soll sich das bald ändern. Sie will das Thema Duft in den digitalen Kontext bringen. Denn mit dem Anspruch an Nachhaltigkeit ist es für die Gründerin noch nicht getan.

Die Wahl-Berlinerin denkt bereits im 4D-Erlebnis. Auch in den Sphären von Metaverse und Co wollen alle Sinne angesprochen werden, da ist sie sich sicher. Wald-Duft im Online-Gaming, Raumdüfte in virtuellen Immobilien Marie will das Thema Gerüche deutlich weiterdenken. Dafür positioniert sie sich ganz offen für die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen.

“Wir haben verschiedene B2B-Aufträge, die wir derzeit bearbeiten.”

Dass ihr Produkt von einem in der digitalen Welt bisher vernachlässigten Sinn abhängt, verschafft den beiden Foundern einen großen Vorteil. Das Duft-Startup sticht besonders zwischen Tech-Unternehmen und Software-Produkten deutlich hervorund zieht so große Kunden an. Zusatzprodukte sollen erst der Anfang sein: Ob Pillowsprays für ein Matratzen-Startup oder duftende Leseerlebnisse für Buchverlage. Das Interesse ist da und Marie und Basti “haben Bock”.

Warum Marie im Metaverse eine echte Perspektive für Ihr Unternehmen sieht und wie sie und Basti für den Fall vorgesorgt haben, dass neben der Duftkerze vielleicht auch irgendwann die Liebe erlischt, könnt ihr jetzt im Podcast hören.

Zeitabschnitte:

01:11 Die Story

02:16 Der Haken

02:54 Trauriges Ereignis

06:00 Kosten Prototyping

07:52 Als Paar gründen

08:49 Das Design

09:41 Feedback einholen

11:02 Rückschlag

12:15 So hat’s geklappt

14:27 Chance Metaverse

15:59 B2B-Anfragen

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