Wie funktioniert Personalentwicklung für Start-ups? Mit Laura Bornmann

Ein Interview mit Laura Bornmann, Head of HR von Rewe Dortmund

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Laura Bornmann ist zuständig für 18.000 Angestellte der Rewe-Gruppe Dortmund. Wie sie die Mitarbeiter managed, einen Überblick über Stärken und Schwächen behält und welche Tipps und Tricks sie für Unternehmen im Bereich der Personalentwicklung hat, verrät sie uns in der neuesten Podcast-Folge der Founders League.

 

Sie startet dabei direkt mit interessanten Statistiken, etwa dass mindestens 50% der Angestellten sich im falschen Job befinden. Einen Schritt weiter gesagt, sind es sogar circa 15%, die nicht emotional gebunden an ihr Unternehmen sind. Eine erstaunlich hohe Zahl, die verschiedene Gründe haben kann.

Als einen Grund führt sie die Corona-Zeit an, die diese Werte noch hat ansteigen lassen. Viele Mitarbeitende waren im Homeoffice und hatten Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und so seine Arbeit, sein Team und seine Ziele zu reflektieren. Das Leben wurde an mehreren Stellen hinterfragt.

Darüber hinaus sind sich viele Angestellten nicht über ihre Stärken und Talente bewusst, sodass sie in Jobs tätig sind, in denen sie sich nicht intrinsisch motiviert ausleben und etwas bewegen können.

„Jeder kann was und jeder hat Talent. Und das müssen wir auch zeigen. Und ich glaube das ist auch immer mehr Führungsaufgabe einer jeden Führungskraft. Ich glaube da können wir noch sehr viel bewegen."

Laura Bornmann äußert selbst, dass auch Rewe in dem Bereich noch nicht da ist, wo sie sein könnten, doch der Umschwung mit dem Fokus auf mehr Personalentwicklung ist in Planung.

Sie äußert, dass dabei in verschiedensten Unternehmen und Positionen auffällig ist, dass Führungskräfte und Teamleader ihre „guten Leute“ behalten wollen - dies sollte jedoch aufgebrochen werden. Denn es ist wichtig zu schauen, wo Leidenschaft und Stärken zusammenkommen, um in offener Kommunikation nächste Schritte zu gehen, die besser zu den Angestellten passen. Hier gilt es als Unternehmen offen und transparent zu handeln.

Neben dem Fokus auf die Stärken der Mitarbeitenden, ist das Gehalt für alle ein wichtiges Thema - auch wenn oftmals gesagt wird, dass die jüngere Generation darauf keinen Wert mehr legen würde. Ein angemessenes Gehalt ist wichtig und Grundvoraussetzung, dennoch nicht Motivation genug, um sich im richtigen Job zu sehen und dort alles zu geben.

Doch wenn die meisten Mitarbeitenden nicht emotional gebunden sind, Geld jedoch auch nicht als Motivationshebel dient - wie kriegt man sein Personal dann motiviert?

Laura Bornmann weist dabei auf ihre Grundvision hin, dass in jedem von uns der Wille steckt, etwas weiterentwickeln zu wollen, bewegen zu wollen und Verantwortung übernehmen zu wollen. Es ist dabei nur wichtig darauf zu achten, individuell mit den Personen umzugehen und ihnen Platz zum experimentieren zu geben. Start-ups gibt sie dabei den Tipp mit, so wenig Rahmenbedingungen wie möglich und so viele wie nötig zu schaffen. Je größer ein Unternehmen jedoch wächst, desto mehr Organisation wird benötigt. Demnach sind offene Kommunikation und Transparenz eines der Grundeigenschaften eines Leaders.

Leader kann dabei nach Laura Bornmann jeder werden. Es ist viel mehr ein Handwerk, dass erlernt werden kann, als eine Persönlichkeit. Und eins ist dabei besonders wichtig: Keiner ist perfekt, selbst der beste Leader nicht. Daher macht euch nicht zu viel Druck und vertraut auf eure Fähigkeiten:

„Jeder hat Schwächen. (…) Und ich habe früher immer gedacht, ich könnte nie Führungskraft sein, weil die alle perfekt sind und keine Schwächen haben - weil mir keiner gesagt hat, dass die auch Schwächen haben.“

Wichtig ist dabei für sich zu bewerten, ob ein hierarchisches Miteinander oder ein agiles Team das Unternehmen bereichern. Sind die Teammitglieder reif und organisiert, so ist ein agiles Miteinander eine gute Option. Werden die Aufgaben jedoch immer komplexer, wird oftmals eine hierarchische Struktur benötigt.

Bei alledem gilt es in Unternehmen sich mehr mit den Menschen und dem Team zu beschäftigen. Weiterentwicklungen über Weiterbildungen oder Seminare oder regelmäßige Feedback-Gespräche sind an dieser Stelle gute Möglichkeiten, Menschen zu motivieren, sich intrinsisch einzusetzen und weiterzuentwickeln. Laura Borrmann gibt darüber hinaus den Tipp an die Hand, keine engen Freunde einzustellen, da es im Business auch mal um harte Entscheidungen geht und Ziele, die erreicht werden müssen und im Fokus stehen.

Wie du das richtige Personal einstellst, wie du sie emotional an dein Unternehmen bindest und so das Beste aus Ihnen herausholst, jetzt in der neusten Podcast-Folge der Founders League, mit Laura Borrmann.

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